Florianabend 2016 der Löschgruppe Westönnen
Ehrungen und Beförderung

Am Samstag trafen sich die Westönner Wehrleute trotz der nachmittaglichen Großübung zu ihrem traditionellem Florianabend. Zuerst besuchten die Westönner Feuerwehrleute die heilige Messe in der Pfarrkirche. Probst Schröder dankte im Gottesdienst den Feuerwehrleuten und den Mitgliedern des Tambourcorbs Einigkeit für ihr Wirken im Kirchspiel. Die Spielleute stehen für Vergnügen und Fröhlichkeit und die Feuerwehr für die Sicherheit der Bewohner, die sich Tag und Nacht an sieben Tagen in der Woche, also ganzjährlich auf die Hilfe der Feuerwehrfrauen und -männer verlassen können.

Nach der hl. Messe begaben sich die Feuerwehrleute zum Ehrenmal. Nach einer Ansprache durch den 1. Vorsitzenden Herbert Bonnekoh und einem Gebet legten sie einen Kranz zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr nieder.

Jetzt versammelten sich die Aktiven der Löschgruppe mit Ortsvorsteher Martin Beudel im Schulungsraum. Martin Beudel richtete den Wehrleuten den Dank der Bewohner für ihren freiwilligen Dienst aus.

Vor dem gemeinsamen Abendessen nutzte die Löschgruppenführung Axel Horlbeck und Daniel Kenter die Zeit um drei Feuerwehrmännern die Urkunden und Abzeichen der Leistungswettkämpfen zu überreichen. Sascha Meermann und Sven Jäschke erhielten das bronzene Abzeichen für die erste Teilnahme, Kai Meermann das Abzeichen in Gold für die fünfte Teilnahme an den Leistungswettkämpfen.

Christoph Post wurde von Daniel Kenter im Namen der Löschgruppenführung die Beförderungsurkunde und das Ärmelabzeichen zum Hauptfeuerwehrmann übergeben.

Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Westönnen

Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Westönnen

 

Das Dorf Westönnen blieb in den vergangenen Jahrhunderten von Bränden nicht verschont. Weil es im Bereich vieler kriegerischen Auseinandersetzungen und Fehden lag, hat es manche Brandschatzung über sich ergehen lassen müssen. Der heutigen Brandprozession am Tag „Christi Himmelfahrt“ liegt der große  Brand vom 26.05.1829 zugrunde. Damals gingen 6 große Bauernhöfe mit Scheunen und Stallungen in Flammen auf.

Bei ausbrechenden Bränden halt einer dem anderen, im Rahmen der Nachbarschaftshilfe so gut er konnte. Die zur Verfügung stehenden Löschmittel, meist Eimer aus Holz oder Leder waren den sich schnell ausbreitenden Flammen meist nicht gewachsen. Damals fanden die Flammen und der Funkenflug überall reichlich Nahrung; Fachwerkhäuser, meist mit Stroh gedeckte Dächer, Stroh in den Stallungen und auf den Dachböden große Vorräte an ungedroschenem Getreide und Heufutter für das Vieh. Die Feuersgefahr wurde durch die Beleuchtung mit Kienspan, Wachskerzen primitiven Öl- oder Petroleumlampen sowie offene Feuerstellen noch gefördert.

Schon lange vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Westönnen gab es ein Löschwesen im Ort. Um 1900 verfügte Westönnen über einen verhältnismäßig gut organisierten und ausgerüsteten Feuerschutz. Der Vorsteher (Bürgermeister) Kaspar Kerkhoff hatte Männer um sich gesammelt, die Freiwillig und uneigennützig ihre Kraft und Zeit für die Gemeinde zur Verfügung stellten. Ihr Motto war schon damals:

         Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr .

Ein Feuerlöschwesen gab es in Westönnen schon lange vor der Gründung der heutigen Löschgruppe. Willi Topp und Willi Sasse haben in alten Protokollen von Gemeinderatsbeschlüssen die Geschichte der Westönner Spritzenhäuser nachgeforscht. Das heute bekannte erste Spritzenhaus wurde 1829 im Urkataster der Gemarkung Westönnen, hier wurde eine Bestandsaufnahme von allen Gebäuden durchgeführt, erwähnt und stand an der Kreuzung „Bachstr. / Im Winkel.

Aus weiteren Protokollen ist zu entnehmen, dass 1848 der Beschluss gefasst wurde, das Spritzenhaus an der Breiten Str. (zwischen den heutigen Grundstücken Michel/Linzbach zu bauen. Der Bau erfolgte erst 1856. Schon damals benötigte die öffentliche Verwaltung einige Jahre für Planung und Bau. Die Kosten für ein Spritzenhaus aus Bruchsteinen betrugen damals:

70 Thaler, 2 Silbergroschen und 11 Pfennige.

 

Der Hof Linzbach. ganz vorn rechts unten ist das ehemalige Spritzenhaus zu erkennen.

 

Aus der Gebäudeerfassung von 1892 ergibt sich eindeutig, dass an der Weststraße ein weiteres Spritzenhaus vorhanden war. Der Grundriss des Spritzenhausens betrug 2,7 x 4 Meter.  Eine knappe PKW-Garage von der Größe her. Lange Zeit war für uns dieses Spritzenhaus fälschlicherweise das erste Spritzenhaus in Westönnen. 

Bei Ihrer Gründung konnte die Freiwillige Feuerwehr bereits auf Spritzenhäuser und Spritzen zurückgreifen.  Die Ausstattung war einfach und bestand aus Handdruckpumpe wenig Schlauchmaterial und Holz- bzw. Ledereimer. Das Kommando hatte meistens derjenige, mit dem lauteste Organ.

 

Am 21.05.1911 gründeten Männer aus Westönnen den Verein der Freiwilligen Feuerwehr Westönnen. Die Gründungsversammlung fand in der Gaststätte Carl Nacke statt. Es wurde folgender Vorstand gewählt: Hauptmann oder wie wir heute sagen Löschgruppenführer wurde Heinrich Rienhoff. Sein Stellvertreter wurde Carl Nacke, Fritz Kenter sen. wurde Steigerführer, Franz Sauer sen. sein Stellvertreter und gleichzeitig Schriftführer.  August Deese leitete die Spritzenmannschaft und Eberhard Wiemhöfer wurde Gerätewart.  Weitere 25 Bürger traten in den neu gegründeten Verein ein, um Leben und Eigentum der Einwohner bei vorkommenden Bränden nach Möglichkeit zu schützen und auf Verlangen den benachbarten Gemeinden Hilfe zu leisten. 

Die Männer der ersten Stunde, eine Aufnahme aus dem Jahr 1913.

 

Im Bild vorne rechts das ehemalige Spritzenhaus der FFW Westönnen an der Weststraße, welches heute nicht mehr besteht.


Die Feuerwehrkapelle der FFW Westönnen bei einem Festzug in Werl am Markt. Die Kapelle bestand bis 1971

 

Fast gleichzeitig mit der Westönner Feuerwehr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet, mit zunächst 10 Mitgliedern. Bis 1971 bestand diese Kapelle.

Im ersten Weltkrieg fielen 8 Kameraden. 1927 wurde die erste Motorspritze angeschafft, 1932 übernahm man auch den Brandschutz für Oberbergstraße. Im zweiten Weltkrieg verlor die Feuerwehr 11 Kameraden. Im Mai 1943 waren die Wehrmänner anlässlich der Möhne- Katastrophe für mehrere Tage in Wickede (Ruhr) im Einsatz.

1952 wurde mit dem Bau eines Gerätehauses an der Breiten Straße begonnen, in dem die beiden Feuerwehrfahrzeuge und die persönliche Schutzkleidung der Feuerwehrmänner untergebracht sind. Dieses Gerätehaus ist nur noch bis Mitte Mai 2007 in Betrieb.

Dieser Neubau, der am 19. und 20. Mai 2007 feierlich eingeweiht wurde, ist zum großen Teil in Eigenleistung der Wehrleute entstanden, inklusive der Aussenanlagen.

 

Die aktiven der FFW Westönnen kurz vor der Einweihung des neuen Gerätehauses im Mai 2007

 

Heute gehören zu den aktiven Kameraden 49 Männer und eine Frau zwischen 18 und 60 Jahren an, dazu kommen noch 4 Jungen in der Jugendfeuerwehr. In der Ehrenabteilung sind 15 Feuerwehrkameraden, die über 60 Jahre bzw. aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind. Passive Freunde und Förderer sind 121 Familien aus Westönnen, Ober- und Niederbergstraße.

 

 
Die Ehrenabteilung mit Löschgruppenführer Udo Clemens im Mai 2007

Das Ziel der Löschgruppe ist es, den Leistspruch: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, so gut wie möglich mit Leben zu erfüllen. Dieses geschieht durch die Sicherung des Brandschutzes und Hilfeleistungen nach dem FSHG (Feuerschutz und Hilfeleistungsgesetz Nordrhein-Westfalen) und rege Teilnahme an örtlichen Veranstaltungen.

Die Löschgruppe leistet Hilfe bei ca. 15 – 20 Einsätzen pro Jahr inklusive der Brandsicherheitswachen in der Schützenhalle Westönnen bei Veranstaltungen der Westönner Vereine und anderen Großveranstaltungen. Die Brandsicherheitswache für die Adventsfeier der Behinderten aus der Wichernwerkstatt wird kostenlos gestellt.


Seit 1968 traten in Westönnen Überschwemmungen auf, die große Teile des Kirchspiels unter Wasser setzten. Hier leisteten die Kameraden der Löschgruppe große Hilfe. Es wurden Menschen und Tiere aus den überfluteten Häusern und Stallungen gerettet und durch Auspumpen und Ausräumen der Keller den Dorfbewohnern geholfen. Nach der Flut wurden die Straßen und Wege vom Schmutz und Schlamm gereinigt.

Jeden ersten Samstag und jeden 3. Mittwoch im Monat ist Übungsabend. In den Monaten März bis Oktober wird draußen die Praxis geübt, so mancher Privatmann stellt seine Gebäude gerne für Übungszwecken zur Verfügung, und in den Wintermonaten wird im Schulungsraum des Gerätehauses die Theorie gebüffelt. Dazu werden die verschiedensten Lehrgänge innerhalb der Stadt Werl, des Kreises Soest und an der Landesfeuerwehrfachschule in Münster besucht.

Bei regelmäßigen Besuchen der beiden Kindergärten im Rahmen der Brandschutzerziehung zeigen Feuerwehrmänner den Kindern, wie gefährlich das Spiel mit dem Feuer ist, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen und Hilfe rufen können.

Die Pflege und Reinigung des Gerätehauses, des Schulungsraumes sowie der Fahrzeuge übernehmen die Feuerwehrleute auf freiwilliger Basis in Eigenleistung.

Auch

Auch für das Heiligenhäuschen an der Kreuzung Auf'm Hackenfeld/ Elwieden sind die Feuerwehrleute seit 2002 für die Pflege und Erhaltung verantwortlich. 

 

Besuche der Feuerwehrfeste der befreundeten Wehren aus Ense, Werl, Soest und Möhnesee, des Sommerfestes des Jugendspielmannszuges, der Sportwerbewochen von Rot-Weiß Westönnen, des Kapellenfestes in Niederbergstraße, Teilnahme am Vereinpokalschießen der Schießgruppen des Schützenvereins sowie an den Schützenfesten in Westönnen und Mawicke zeigen, dass die Löschgruppe Westönnen ein fester und sehr aktiver Bestandteil des Dorflebens ist.

Für die Erhaltung und den Bau des Buswartehäuschen aus Bruchstein an der Kirche haben die Kameraden der Löschgruppe Westönnen im Februar am ehemaligen Werler Flughafen Mauern abgetragen und die Bruchsteine geborgen.